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Kepler-Schüler auf dem Schluchtensteig und ein Jubiläum

Auf der diesjährigen Keplerwanderung begaben wir uns in den Südschwarzwald und folgten dem Schluchtensteig vom Örtchen Stühlingen nach Wehr. Wir wählten die "sportliche Tour" und legten die 120 km in fünf Tagen zurück. Wir, das sind: Marianne Wesle, Nick Eisenbeis, Samuel Suchy, Kai Stehle, Maximilian Schlör, Joel Witzorky, Nils Jehnert und Ruben Pallesche.
Grafik3Zunächst hatten wir Schwierigkeiten, den Einstieg in Stühlingen zu finden, die Wettervorhersagen für den Tag waren gar nicht gut und an die ersten Schritte mit vollem Rucksack musste man sich erst mal wieder gewöhnen. Schritt für Schritt entfernten wir uns vom Alltag und ließen manches hinter uns. Ziel der ersten Etappe war die Wutachmühle. Dort hofften wir, unser Lager aufschlagen zu können. Der Regen hielt sich dann doch in Grenzen, der Ruf der "Sauschwänzlebahn" begleitete uns auf dem Weg entlang der Wutachflühen und so manche Kuriositäten und Leckereien am Wegesrand ließen die Zeit schnell vergehen.
Grafik4Am Kiosk Wutachmühle durften wir dann tatsächlich unter dem Dachvorsprung schlafen und die Jungs ließen es sich nicht nehmen, in der kalten Wutach noch ein kurzes Bad zu nehmen.
Am zweiten Tag wanderten wir viele Kilometer in der Wutachschlucht. Ziel der Etappe war das legendäre Lenzkirch. Legendär deswegen, weil wir dort vor drei Jahren auf dem Mittelweg viele lustige Sachen erlebt hatten. So mussten natürlich auch diesmal die Jungs im "Gletscherwasser" des Feldbergs im Brunnen des Lenzkircher Kurparks baden. Anschließend stießen wir an diesem Abend auf 1000km Kepler-Wanderungen an.
Auch am dritten Tag schien wieder die Sonne. So mussten wir auf dem Weg nach Sankt Blasien natürlich eine längere Bade- und Waschpause am Schluchsee machen. Grafik6Angekommen in Sankt Blasien, staunten wir nicht schlecht über diesen riesigen Dom in diesem winzigen Schwarzwaldstädtchen. Er war immerhin mal die drittgrößte Kuppelkirche in Europa – und das mitten im Nichts! Nachdem wir uns den Pavillon des Kurparks als Nachtlager ausgesucht hatten, kehrten wir erstmal ein. Die Pizzeria im Klosterhof füllte die Mägen, löschte den Durst und "duschen" konnte man auf der winzigen Toilette eigentlich auch ganz gut. Als wir unser Nachtlager beziehen wollten, mussten wir leider feststellen, dass der Boden durch Zigaretten und klebrige Flüssigkeiten verunreinigt war. So mussten wir nach einem anderen Lager suchen und konnten im Hof der örtlichen Schule dem nächtlichen Starkregen entgehen. Am Morgen hat uns dann der nette Hausmeister die Schule aufgeschlossen, damit wir die dortigen sanitären Anlagen nutzen konnten.
Grafik5Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Todtmoos. Da es dort ein Freibad geben sollte, hielten wir uns nicht lange mit wunden Füßen und Ess- bzw. Trinkpausen auf, sondern marschierten zügig drauflos. Angekommen in Todtmoos haben wir das Freibad auch schnell gefunden – allerdings hatte es wegen schlechten Wetters geschlossen! So warteten die Schüler in der Sonne vorm Freibad, während ich mich im Rathaus beschwert habe. Die nette Dame erreichte aber den Bademeister leider nicht.  Etwas frustriert machten wir uns auf, um den Ort zu erkunden. Wir blieben rasch in einem netten Biergarten hängen, wo man uns erlaubte, auch unser eigenes Essen zu verzehren. Die folgende Suche nach dem Nachtlager war schnell beendet: Es ist wohl so, dass jeder Ort im Südschwarzwald einen Kurpark mit Pavillon hat. Todtmoos hat viel zu bieten: Da gibt es die besten Lebkuchen der Welt, den fittesten Fitnesstrainer, nur Touristen, keinen Döner, dafür aber die besten Minigolf-Omis der Welt. Diese zwei alten Damen tischten uns mit viel Liebe alles auf, was ihr Kiosk auf dem Minigolfplatz an diesem Abend noch zu bieten hatte. Die zwei Superomis haben sich so um uns gesorgt, dass sie in der Nacht das Tor und die Toiletten offen ließen, für den Fall, dass man uns aus dem Pavillon schmeißen sollte.
Die letzte Etappe führte uns nach Wehr. Unterwegs gab es eine ausführliche Vesperpause, bei der wir dann um das letzte verbliebene Schmalz spielten. In Wehr holten uns Frau Suchy und Herr Jehnert ab. Dann ging es nach Freudenstadt zu Schlörs in den Garten, wo wir noch gemütlich mit den Eltern zusammensaßen.
Der Schluchtensteig ist eine schöne Wanderung im Schwarzwald. Super ausgeschildert, teilweise anspruchsvoll und recht abwechslungsreich. Jedoch habe ich mir etwas anderes darunter vorgestellt, nämlich mehr Schluchten.
Grafik2Unabhängig davon ist solch eine Tour so reich an Eindrücken, an neuen Erfahrungen, Gesprächen und neuen Blickwinkeln. Selten denke ich z.B. so viel über Entfernungen und deren Bedeutung nach, wie an solchen Tagen.
Den Eltern gebe ich nach der Wanderung häufig den Hinweis mit, dass ihr Kind am nächsten Tag vermutlich schlechte Laune haben wird, dass das aber normal ist und dann auch schnell wieder verschwindet. Es ist manchmal nicht so leicht, nach so einer Erfahrung wieder in den Alltag mit seiner Hektik und seinen vier Wänden zurückzukehren.
Falls auch du bei der nächsten Kepler-Trekkingtour mitkommen willst, dann sprich mich gern an.
 
Ruben Pallesche