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Bericht zweier Schüler über ihre Auslandsjahr in den USA

Paul und Helene Hellstern verbrachten ein, bzw. ein halbes Jahr in den USA und berichten von ihren Erfahrungen:
Das Auslandsjahr wurde nicht von der Schule organisiert, sondern von einer privaten Organisation „Stepin“. Stepin half uns mit allen organisatorischen Schritten, wie die Beurlaubung von der Schule, das Finden einer Gastfamilie, das Beantragen eines Visums etc. Es gibt eine Vielzahl von Organisationen, die einen solchen Auslandsaufenthalt anbieten, mit verschiedenen Ländern und Paketen, die es einem zum Beispiel ermöglichen eine genaue Region des gewünschten Landens zu wählen (natürlich mit verbundenem Preisunterschied). In unserem Fall kam es auf die Gastfamilie an, in welcher Region wir landen würden. Wir haben es dem Zufall überlassen, in welche Region wir kommen und wurden von unseren Gastfamilien ausgewählt.
Aufgrund der sehr langen Abwesenheit kann es sein, dass ein Schuljahr wiederholt werden muss, das war bei Paul der Fall. Helene verbrachte nur ein halbes Jahr in den USA und konnte ohne Zeitverlust direkt in der J1 weitermachen. Das alles muss vorher mit der Schule abgeklärt werden.
Unsere Erfahrungen waren sehr unterschiedlich, da wir in verschiedenen Teilen Amerikas landeten.
Paul verbrachte ein ganzes Jahr in Princeton, New Jersey: Als ich von meiner Gastfamilie erfuhr, war ich sehr glücklich, da Princeton nur etwa 80 km südlich von New York liegt und Standort einer der besten Universitäten der Welt ist. Da New Jersey sehr dichtbesiedelt ist, kam ich auf eine für unsere Verhältnisse riesige Schule (Highschool) mit ca. 2700 Schülern. Es fiel mir am Anfang deswegen etwas schwer mich zurechtzufinden, da es in Amerika kein Klassensystem wie bei uns gibt, sondern ein Kurssystem wie bei uns in der Oberstufe. Dies führte dazu, dass ich in jedem Fach mit anderen Leuten zusammen war und wenig Anschluss fand. Nach etwa einem Monat jedoch hatte ich mich gut eingefunden und fast die ganze Schule kannte mich als „the German“ (der Deutsche). Da ich mit meinem Englisch relativ sicher war, war die Kommunikation absolut kein Problem, jedoch merkte ich eine deutliche Verbesserung in meinem Alltagsenglisch. Auch in meiner Gastfamilie fand ich mich sehr gut zurecht, da sie sehr nett waren und wir viel zusammen unternahmen (Wochenendtrips nach New York und Philadelphia…). So war das Heimweh auch viel geringer als erwartet, was das Jahr wesentlich angenehmer machte. Das Highlight des Jahres war der Urlaub über Weihnachten mit meiner Gastfamilie in der Karibik. Ein weiterer Höhepunkt war die Tennissaison an der Schule, welche es mir erlaubte 5x die Woche zu trainieren und anschließend gegen andere Schulteams zu spielen. Die Rolle des Schulsports in Amerika ist eine wesentlich andere als hier in Deutschland. Jede Schule war mit Tennisplätzen, einem Football- sowie einem Baseballstadion… usw. ausgestattet. Man war stolz für das Schulteam zu spielen und von Klassenkameraden angefeuert zu werden. All diese Sachen führten dazu, dass das Jahr wesentlich schneller vorbei ging als angenommen und machten daraus eine sehr schöne und aufregende Zeit.
Helene verbrachte ein halbes Jahr in Straughn, Indiana: Straughn ist ein kleines Dorf in Mitten des Mittleren Westens Amerikas. Ich lebte auf einer Farm mit einem riesigen Grundstück. Die bekannteste Stadt im Umfeld ist Indianapolis, etwa 80km entfernt. Indiana ist sehr dünn besiedelt: wenn ich aus meinem Zimmer geschaut habe, waren nur Felder, Straßen und Bäume aber kein anderes Haus in Sicht. Somit waren auf meiner Highschool auch nur ca. 200 Schüler, weshalb es mir dort relativ leicht fiel Anschluss zu finden, da sich jeder untereinander kannte. Ein Problem jedoch, das sich aus den weiten Entfernungen ergab war, dass man ohne ein Auto praktisch nirgends hingekommen ist. Das jedoch war nicht wirklich weiter schlimm, da viele meiner Freunde schon Auto fahren konnten. Das lag daran, dass man dort schon mit 15/16 seinen Führerschein machen kann. Die Kommunikation war auch bei mir kein Problem, jedoch hat sich mein Englisch sehr verbessert, da ich gezwungen war Englisch zu reden und nicht doch einfach mal etwas auf Deutsch fragen konnte, wenn mir ein Wort nicht einfiel. Einer meiner Highlights war ein NBA-Basketballspiel in Indianapolis, bei dem ich zusammen mit meiner Gastfamilie war. Und auch ich habe Tennis an meiner Highschool gespielt, was eine sehr schöne Erfahrung war. Obwohl es eine sehr kleine High School war, verfügten wir über eigene Tennisplätze, ein Stadion, ein Softballfeld etc. Es bringt eine ganz andere Motivation mit sich, für seine Schule und mit seinen Klassenkameraden zusammen etwas zu gewinnen. Auch die Basketballspiele waren immer ein großes Ereignis. Jedes Mal standen die Cheerleader von beiden Schulen am Rand und haben die Spieler angefeuert und zu Beginn hat die Schulband die Nationalhymne gespielt. (Eigentlich so wie man es aus Highschool-Filmen kennt.) Was auch sehr interessant war, war die politische Einstellung meiner Gastfamilie und meiner Freunde, fast alle dort haben die Republikaner gewählt und hatten auch ihre ganz bestimmten Gründe dafür. Ich habe in den USA viele neue, schöne und interessante Erfahrungen gesammelt, die mich sehr bereichert haben.
Als Fazit lässt sich sagen, dass sich solch ein längerer Auslandsaufenthalt sehr lohnt, da man unvergleichliche Erfahrungen sammeln kann, seine Sprachkenntnisse und sein kulturelles Verständnis erweitern kann. Gewisse Ereignisse wie Prom oder Homecoming aus erster Hand miterleben zu können und zu sehen wie viele der existierenden Klischees über Amerika tatsächlich wahr sind, rechtfertigt ebenso den Zeitaufwand und den Preis eines solchen Programmes. Natürlich sieht es auch gut auf einer Bewerbung im späteren Leben aus, und lässt sich deswegen nur empfehlen.