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Große Exkursion des Geographie-Neigungsfachkurses Jahrgangsstufe 1

Grube Clara

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Am ersten Tag unserer 3 tägigen Geo-Exkursion mit Herrn Ortmann machten wir uns schon früh morgens um 8 Uhr mit dem Zug von Loßburg bzw. Alpirsbach auf den Weg nach Wolfach zur Grube Clara. Nach einer 20 minütigen Zugfahrt kamen wir in Wolfach an und wurden dort von 2 Mitarbeitern der Grube Clara abgeholt und fuhren nach Oberwolfach im Rankachtal, wo die Grube ihren Sitz hat. Dort haben wir zuerst die Zentrale des Bergwerks besucht und es wurde uns erklärt, wie das Bergwerk aufgebaut ist und was gefördert wird. In der Grube Clara wird hauptsächlich seit 110 Jahren Schwerspat und seit 30 Jahren Flussspat gefördert und nebenbei noch ein wenig Silber. Pro Jahr werden ca. 160.000 Tonnen Rohmaterial gefördert und das passiert mithilfe von Bohr- und Sprungtechnik, teilweise auch automatisiert. Der geförderte Flussspat und der Schwerspat wird dann in Wolfach aufbereitet zu verkaufsfähigen Produkten. Anschließend haben wir uns umgezogen, für die Grube passend also mit Gummistiefeln, Helm und Notatemgerät, falls es brennt, und wir mussten uns in eine Liste eintragen, dass wir in der Grube sind.
Mit einem Kleinbus sind wir dann in die Grube hineingefahren, was eine relativ schnelle Fahrt auf einer guten Straße war, was doch erstaunlich für ein Bergwerk ist. Ein paar LKWs kamen uns entgegen, die das abgebaute Material nach oben transportierten. Das ist bei der Grube Clara möglich, da man über eine Rampe in die Tiefe fahren kann und dann über Spindeln, wie bei einem Hochhaus auf die verschiedenen Stockwerke gelangen kann. Auf dem Weg in die Tiefe konnte man gut beobachten, wie groß und verzweigt das Bergwerk eigentlich ist. Von 500 m sind wir bis zum tiefsten Punkt der Grube, bei 50 Metern unter dem Meeresspiegel heruntergefahren, dort sind wir dann ausgestiegen und konnten sehen, wie die Grube weiter nach unten vergrößert wird und neue Gänge immer mit Spritzbeton gesichert werden, da die Wände instabil sind, wofür sich in der Grube eine eigene Produktion befindet. Auf dem weiteren Weg durch die Grube, konnten wir noch den Abbau der Mineralien mithilfe von Bohrern und schlussendlich deren Verladung durch Sturzrollen auf LKWs, die auch ein und aus der Grube fahren. Außerdem konnte man in dem Bergwerk noch die nötigen Schutzmaßnahmen begutachten, die sehr genau waren, wie immer in Deutschland. Im Bergwerk war es auch gar nicht so nass, obwohl es sich unter dem Grundwasserspiegel und sogar dem Meeresspiegel befindet, aufgrund der Wasserspeicher, die das Grundwasser sammeln und wieder hochpumpen, damit der Grundwasserspiegel nicht absinkt. Als wir dann all das in der Grube begutachtet haben, sind wir wieder mit dem Kleinbus nach oben gefahren, was noch schneller ging als zuvor, da keine LKWs mehr in die Grube fuhren. Oben angekommen haben wir uns wieder umgezogen und sind anschließend wieder zum Bahnhof in Wolfach gefahren. Das war ziemlich knapp und wir hätten fast den Zug verpasst. Zum Glück konnten wir noch rechtzeitig in Richtung Freiburg aufbrechen.
Protokoll: Sven Alius
 
Freiburg
geo2Um circa 13.00 Uhr sind wir mit dem Zug am Hauptbahnhof in Freiburg angekommen. Während wir auf die S-Bahn warteten, die Richtung Blackforest-Hostel fährt, sahen wir eine Brücke, die früher für Autos gebaut wurde, aber jetzt als Fahrradbrücke genutzt wird, da sehr sehr viele Menschen in Freiburg mit Fahrrädern unterwegs sind. Nach der S-Bahnfahrt auf dem Weg zu unserem Hostel sind wir am Schwabentor vorbeigelaufen, dieses wurde Mitte des 13. Jahrhunderts als Stadttor innerhalb der Wehranlage zum Schutz der Bürger errichtet. Später kamen wir dann auch am zweiten, am Martinstor vorbei. Nachdem wir im Hostel unser Gepäck untergebracht hatten, liefen wir in die Altstadt zum Freiburger Münster, welches im romanischen, aber größtenteils im gotischen Stil erbaut wurde. Das Münster wurde im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte erweitert und umgebaut und man kann die verschiedenen Stilarten der jeweiligen Epoche zuordnen. Südlich des Münsters befindet sich das historische Kaufhaus, welches ursprünglich für Warenkontrollen erbaut wurde und als Zollhaus diente. Von 1946-47 wurde es als Tagungsort der Beratenden Landesversammlung Badens und von 1947 bis 1951 als Parlamentsgebäude des Landes Baden genutzt. Außerdem wurde während des zweiten Weltkrieges Freiburg stark (aber unbeabsichtigt, da es geschah als es sehr neblig war und die Bomber eigentlich nicht Freiburg, sondern Colmar als Ziel hatten) bombardiert. Vor allem um das Münster und das Kaufhaus wurde großer Schaden angerichtet, aber nicht die zwei genannten Gebäude. Anschließend haben wir uns der jahrhundertealten Universität gewidmet, erst kamen wir am ältesten Teil, der „Alten Uni“ vorbei, danach sind wir ins KGII gegangen und haben dort in den größten Hörsaal, dem „Audimax“ hineingeschaut. Dann gingen wir in den Stadtteil Vauban. Dieser ist nach dem bekannten Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707) benannt worden. Im Jahr 1938 wurde die Schlageter-Kaserne gebaut, diese wurde aber nach dem zweiten Weltkrieg von den Franzosen übernommen und die Kaserne in „Vauban-Kaserne“ umbenannt. 1992 zogen sich die Franzosen zurück und der Stadtteilname Vauban wurde beibehalten. Heute gibt es dort unter anderem ein Kaufhaus („das Schiff“), welches auf den Dächern „E-Häuser“ (Plusenergiehäuser, der Solardächer die Segel des „Schiffes“ sind) besitzt. Vauban hat im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen außerdem viele Grünflächen. Hier wohnen auch viele Studenten in zum Beispiel einer alten Kaserne, bei der, um ihre alte Fassade eine neue Wand erbaut wurde, oder in autofreien Zonen in Häusern mit vielen Bäumen, Grünflächen etc. Dann sind wir ein Stück Berg hochgelaufen um das Heliotrop zu besichtigen, welches ebenfalls nur durch erneuerbare Energie betrieben wird und sich so zu der Sonne hindreht, sodass die Solaranlagen die maximale Energie bereitstellen kann. Abends sind wir auch noch den Schlossbergturm hinaufgestiegen. Dieser kann bis zur Windstärke 12 standhalten und man hat eine Sicht auf ganz Freiburg und weit darüber hinaus.
Hier haben wir den sogenannten Höllentäler miterleben dürfen, dies ist ein Wind, der Abends Freiburg durchlüftet. Er entsteht durch das Berg-Tal-Windsystem, welches es dann deutlich angenehmer macht bei hohen Temperaturen abends durch Freiburg zu laufen. Abschließend zum Tag hatten wir noch Freizeit und sind durch die Stadt gelaufen.
Protokoll: David Vogt
 
Feldberg
geo3Am Donnerstag Morgen wandern wir den steilen Berg zum Feldbergturm hinauf. Dort entdecken wir, dass nur wenige Bäume am Feldberg wachsen. Dies ist keine natürliche Waldgrenze. Vor etwa tausend Jahren war der Feldberg fast durchweg von Wald bedeckt. Erst die Ausweitung der Siedlungsflächen und die zunehmende Nutzung des Holzes für die Glasbläserei, den Bergbau sowie den Schiffbau (Export des Holzes über die Flößerei bis nach Holland) führten nach und nach zur Rodung des Schwarzwaldes. Vom 19. Jahrhundert an wurde wieder aufgeforstet. Dafür, dass der Feldberg an vielen Stellen kahl blieb, sorgen bis heute weidende Kühe und Schafe. Beim Hochlaufen fallen uns auch die vielen Pisten auf, welche im Sommer natürlich außer Betrieb sind, aber dennoch darauf hindeuten, dass der Feldberg das größte Skigebiet im ganzen Schwarzwald ist.
geo4Nachdem wir einige Höhenmeter bewältigt hatten, blicken wir auf ein langes und schmales Tal, in welchem unter anderem Schönau liegt. Schönau ist bis heute ein besonderer Ort, da er der erste in Deutschland ist, welcher sich selbst mit Energie aus regenerativen Quellen versorgt. Diese Maßnahme vollzogen die Bürger nach Tschernobyl, um ein Zeichen gegen Atomkraft zu setzen. Außerdem stammt Jogi Löw aus Schönau.
Als wir dann oben auf dem Seebuck sind (hier stehen auch das Denkmal für Bismark und der Aussichtsturm), betrachten wir eine geologische und topographische Karte um den Feldberg zu analysieren. Wir stellen fest, dass der Feldberg zum größten Teil aus Gneis besteht und er mit 1493 m der höchste Berg des Schwarzwalds ist. Zudem sehen wir im Westen die Vogesen, welche auf der gegenüberliegenden Seite des Rheintals stehen.
Anschließend schauen wir den steilen Hang des Seebucks hinunter und erkennen, dass dieser Hang eine Karwand ist und sich unter ihr ein Karsee befindet, der Feldsee, der Wiege des ehemaligen Feldsee-Titisee-Gletschers. Den Karsee betrachten wir auch noch aus der Nähe, indem wir unsere Wanderung, entlang der steilen Karwand, fortsetzen. Während des Abstiegs begegnen uns braune Stellen im sonst so grünen Gras, an denen wir erkennen, dass hier noch vor drei Tagen Schnee lag.
Zum Schluss halten wir uns noch zum Vesper am Feldsee auf. Wir können leider nicht unsere Füße reinhängen, da dies seit dem Jahr 2000 aus Naturschutzgründen verboten ist. Obwohl ich sonst kein leidenschaftlicher Wanderer bin, war es ein tolles Erlebnis, den Feldberg mit meinem Geo-Kurs zu erkunden und dabei den Schwarzwald näher kennenzulernen.
Protokoll: Gianluca Gisonni 
 
Unteres Seebachtal
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Zunächst sind wir mit einem Bus vom Feldberg wieder zurück ins Tal gefahren in Richtung Titisee, jedoch sind wir nicht direkt an den Titisee gefahren, sondern sind schon früher ausgestiegen, sodass wir noch das sumpfige Gebiet im unteren Seebachtal vor dem Titisee anschauen konnten. Dieser Sumpf entstand, da dort vor noch nicht allzu langer Zeit der Titisee war. Durch ständige Sedimentation des Seebaches an dieser lokalen Erosionsbasis verlandet der Titisee zunehmend hier an seiner Südseite. Links von dem Sumpfgebiet konnten wir durch die andere Farbe des Grases und einem gestreckten Hügel eine Schotterterasse erkennen, die sich gebildet hatte, nachdem der Gletscher sich weiter zurückgezogen hatte. Auf dem Weg zum Titisee sind wir zudem über den Seebach gelaufen. An dem etwas bräunlichen Wasser und Untergrund konnte man auch hier schließen, dass der Fluss durch ein Moor geflossen ist.
Titisee
Der Titisee gilt als einer der schönsten Seen im Hochschwarzwald, deswegen konnte man auch viele Urlauber und Badegäste an diesem Tag antreffen. Der Titisee ist der größte natürliche See des Schwarzwaldes. Er entstand während der letzten Eiszeit. Dort reichte die Gletscherzunge bis hin zu dem gleichnamigen Ort Titisee. Somit ist der See ein Zungenbeckensee. Der Ort Titisee ist sehr vom Tourismus geprägt, deswegen sind viele Hotels und Läden um den See gebaut um Gewinn mit den Touristen zu machen. Wir haben jedoch nicht die Stadt weiter angeschaut sondern sind recht zügig wieder zum Bahnhof zurückgegangen. Dabei sind wir über die Endmoräne gelaufen, welche das Ende des Sees kennzeichnet und heutzutage bebaut ist.
Protokoll: Levin Schmalz
 
Isteiner Klotz und Isteiner Schwellen
geo6Am Freitagmorgen haben wir uns um 8:45 Uhr auf den Weg gemacht nach Istein, um uns den Prozess der Verkarstung zu verinnerlichen. Auf unserem Weg ist uns der oberirdische Karst aufgefallen: An den Gesteinen konnte man sogenannte Karren entdecken. Auf dem Weg zum Rhein konnten wir ein Speiloch entdecken, welches einen kleinen Bach ausbildete mit Sinterterassen. Zuerst sind wir an den höchsten Punkt gelaufen, um uns dort mit der Rheinbegradigung vertraut zu machen. Im weiteren Verlauf des Tages hat Levin uns anhand seiner GFS die Probleme der Rheinbegradigung und das IRP (Intergrierte Rheinprogramm) erläutert, so wie die Lösungsvorschläge. Anhand des Isteiner Klotz hat er uns erklärt, dass der Rhein durch Tulla begradigt wurde und dies hatte zur Hauptfolge, dasss es zu einer erhöhten Fließgeschwindigkeit kam. Dadurch nahm die Tieferosion zu, der Grundwasserpiegel sank infolgedessen ab, bis schließlich die Wurzeln der Auenwälder diesen nicht mehr erreichten und die Bäume abstarben. Es kam zur Versteppung. Der Isteiner Klotz ist ein Vorgebirge zwischen den Dörfern Istein und Kleinkems, das sich etwa 150 Meter über die Rheinauen erhebt. Beim Isteiner Klotz im südlichen Rheintal handelt es sich um einen sogenannten Horst, eine Grabenbruchscholle aus Kalksteinen der Oberjura-Zeit an der Ostschulter des Oberrheingrabens. Die ältesten Gesteine stellen Tonmergel-Mergel-Wechselfolgen dar, die sogenannten Pholadomyen-Mergel. Außerdem konnten wir an den Hochwassermarken am Isteiner Klotz erkennen, dass das Wasser früher den Isteiner Klotz umgab und durch die Rheinbegradigung stark gesunken ist. Eine große Schliffkehle im Kalkstein des Klotzen hat seine Entstehung der Seitenerosion des Rheins an einem Prallhang zu verdanken. An dieser Schliffkehle sind einige Hochwassermarken aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, die eindrucksvoll zeigen, welcher Gefahr die Menschen am Oberrhein früher ausgesetzt waren.
geo7Desweiteren haben wir auch noch etwas über Polder gelernt, der als Schutz gegen Hochwasser dient, sowie der Renaturierung der Flussauen. Nach dem wir den Polder näher gekommen sind haben wir uns an die Isteiner Schwellen begeben, um dort zu grillen und einen Rundenabschluss zu machen. Die Schwellen sind aufgrund der Rheinbegradigung entstanden, sie bestehen aus massivem Kalkstein und wurden durch die stärkere Teiferosion vom Rhein herauspräpariert. Am Ende dieses Tages sind wir wieder mit dem Zug um 15:04 Uhr nach Hause gefahren und haben planmäßig Loßburg um 18:07 Uhr erreicht.
Protokoll: Jeanine Pfau